Effizienzsteigerung der Bestandsanlagen

Die Modernisierung der technischen Anlagen eines Gebäudes ist oft mit ebenso hohen energetischen Einspareffekten verbunden wie die Sanierung der Gebäudehülle – ist aber mit wesentlich niedrigeren Investitionskosten verbunden. Dieses Potential zu identifizieren und dann mit geeigneten Maßnahmen anzugehen ist eine weitere zentrale Aufgabe der B.E.M. In diesem Tätigkeitsfeld geht es weniger um die Ausstattung mit moderner Wärme- oder Stromerzeugungstechnik als vielmehr um die Effizienzsteigerung der Bestandsanlagen zur Energieverteilung.

 Zu den bisher identifizierten Maßnahmen gehören:

Heizungsoptimierung - Regelung. Hydraulischer Abgleich, Pumpentausch

Nach einer erfolgreichen Pilotierung haben wir uns entschieden einen Roll-Out  zur Heizungsoptimierung in 47 Feuerwachen und 18 Oberstufenzentren durchzuführen.

Wie gut die Wärmeversorgung eines Gebäudes tatsächlich arbeitet, zeigt sich u.a. an den Vor- und Rücklauftemperaturen der Heizkörper. Um eine gewünschte Raumtemperatur zu erhalten, muss die Vorlauftemperatur an die Umgebungsbedingungen angepasst werden. Je größer die Oberfläche des Heizkörpers ist, desto geringer kann die Vorlauftemperatur sein,  um den Wärmebedarf eines Raumes zu decken. Je niedriger die Außentemperatur, desto höher muss die Vorlauftemperatur sein, etc.

Diese Zusammenhänge von Bedarf und Bereitstellung können bspw. durch Einstellungen an der Heizkurve verändert werden. Es gibt aber auch eine Reihe weiterer, nicht ganz so trivialer Möglichkeiten, den Wärmebedarf so zu decken, dass die dafür eingesetzte Energie möglichst effizient genutzt wird.

Es ist nicht entscheidend, dass die Vorlauftemperatur oder der Volumenstrom an den Heizkörpern möglichst hoch ist, damit wir uns in einem Raum wohlfühlen. Angenehm ist es, wenn ein Heizkörper gleichmäßig seine Wärme abgibt. Und effizient ist es, wenn die Heizkörper im gesamten Gebäude ihre Wärme gleichmäßig abgeben. 

Um also eine Gleichmäßigkeit bei der Wärmeabgabe einer Heizungsanlage zu erzielen und gleichzeitig mit Vorlauftemperaturen zu arbeiten, die nicht so hoch wie möglich, sondern nur so hoch wie nötig sind, ist die sogenannte Prädiktive Regelung derzeit gängiger Stand der Technik. Diese passt die Vorlauftemperatur nicht nur, wie bisher üblich, an die gegenwärtige Außentemperatur an, sondern auch an Wetterprognosedaten (Sonneneinstrahlung, Windverhältnisse, Regen, etc.) oder verknüpft sie mit Angaben über die Einbettung des Hauses in seine Umgebung (Verschattung, Wetterseite, Außenwände). Jedes Haus ist einzigartig und deren gezielte und präzise Regelung durch die Digitalisierung dieser Wetterdaten oder der Verknüpfung mit Geografischen Informationssystemen möglich geworden. ImRoll-Out Heizungsoptimierung kommt ein Modell zur prädiktiven Regelung der Firma egain zum Einsatz. 

Eine weitere und nicht ganz so neue Methode, um eine gleichmäßige Verteilung der Wärme zu erreichen, ist der hydraulische Abgleich. Es kommt nicht selten vor, dass die Räume, die die größte Entfernung zur Heizungsstation aufweisen, die Problemräume sind, die nicht warm werden. Die Gründe dafür, liegen in dem hydraulischen Gefüge in dem der am weitesten entfernte Strang natürlich nur noch das abbekommt, was auf dem Weg dorthin nicht schon anderweitig abgezapft worden ist. Neben diesem einfachen Beispiel gibt es unzählige weitere Störquellen im hydraulischen Gefüge, die die Überversorgung eines Gebäudeteils oder die Unterversorgung eines anderen Teils zur Folge haben können. Die Ursachen sind nur selten sichtbar. Ein hydraulischer Abgleich soll dieses Problem lösen. Die Firma mywarm führt diesen hydraulischer Abgleich im laufenden Betrieb der Heizungsanlage durch. In nur wenigen Tagen werden präzise Messungen an jedem einzelnen Heizkörper vorgenommen, sodass als Ergebnis ein empirisches Optimum für die gleichmäßige Wärmeverteilung eingestellt werden kann.

Die dritte Komponente ist der Pumpentausch der Firma perto. Wenn der hydraulische Abgleich eine Reduzierung der Pumpenleistung ermöglicht oder wenn die Pumpe einem veralteten Stand der Technik entspricht, dann wird sie gegen eine Hocheffizienz-Pumpe ausgetauscht.

Heizungsoptimierung - Regelung. Hydraulischer Abgleich, Pumpentausch

Aufbau Gebäudeleittechnik-Zentrale

Die steigenden Anforderungen bei der Verwaltung der Liegenschaften im SILB und die Digitalisierung im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung erfordern ein liegenschaftsübergreifendes System zur Überwachung und Regelung des Gebäudebetriebs.

Durch Überwachungs-, Steuer- und Regelfunktionen sollen gebäudetechnische Anlagen sowie Raumautomationssysteme in ihrer Funktionalität optimiert und Ineffizienzen sowie Störungen schnell identifiziert werden. Im Ergebnis sollen Energieverbräuche und die damit verbundenen CO2 -Emissionen sowie Kosten für Wartung und Instanthaltung reduziert werden. Die Ausschreibung der Hard- und Software zu diesem Zweck ist eine der gegenwärtigen Herausforderungen der B.E.M.

Aufbau Gebäudeleittechnik-Zentrale